91. MDM: Kaiserstuhlpfad extended

Le quatre-vingt-onzième MDM

Am Samstag, den 30. März 2019 starten wir am Banhof in Kenzingn den 91. Mon Devoir Marathon auf dem erweiterten Kaiserstuhlpfad. Ziel ist der Bahnhof in Ihringen. Soweit der erste Plan. Die konkreten Zeiten machen wir dann noch an der DNA der Bresigau-Bahn fest.

 

Fest steht: Das ist ein Marathon für die Leute, die sich Ihre Kräfte einteilen können: Die Höhenmeter versammeln sich massiv im zweiten Teil. 

 

Start 91. MDM: Samstag, 30. März 2019, Kenzingen Bahnhof: 8:25 Uhr


Strecke:
42,8 Km | 1200/1170 +/- HM GPX-Datei am 25. März 17:25h modifiziert


VP1:
KM 21 Endingen Heizmann oder andere Bäckerei


VP2:
KM 35 Rebstock Bickensohl


VP3:
KM 42,8 Torstens Gartenschenke

 

Anreise: ..die Breisacher: SEV Breisach – Freiburg:
Abfahrt Breisach Bahnhof (BUS729C): 7:05 Uhr
Ankunft Freiburg Hbf (Bussteig 13): 7:49 Uhr

 

..die Freiburger:
Abfahrt: Freiburg Hbf (Gleis 2): 08:03 Uhr

 
...die Zähringer:
Abfahrt Freiburg-Zähringen SEW 07:44 Uhr
Ankunft Denzlingen 07:50 Uhr
Abfahrt Denzlingen 08:09 Uhr

 

Ankunft Kenzingen 08:22 Uhr

 

Zurück nach Freiburg fährt der Bus von Ihringen alle 10-20 Minuten

 

Résumé: Der März-Sommer 2019 mit dem zweiten Schönwetter-MDM-Wochenende in Folge. Zwischen den MDMs im Wochentakt muss doch kurz berichtet werden. Für mich beginnt die Reise in Zähringen mit einem spontanen Wechsel von Gleis 2 (Abfahrt 7:44 Uhr) auf Gleis 1 (7:43 Uhr) direkt über den Schotter, um den Adrenalinpegel auf Wettkampf-Niveau zu bringen. Warum empfiehlt die DB-Navigation auch den Weg mit 19 Minuten Fahrtunterbrechung im schlafenden Denzlingen? Da steige ich lieber gleich am Hbf Freiburg in den MDM-Express nach Kenzingen um, ausgestattet mit einem Billig-Kaffee „togo‟, der nicht aus Togo stammt. Die MDM-Kommunikation ist inzwischen eingespielt, aber hält immer neue Überraschungen bereit: Torsten sendet mit grünen Kreisen markierte Fotos seines Aufenthaltsortes, als eine Art Augmented-Reality Wagenstandsanzeiger. Jürgen hilft mir bei der Interpretation auf die Sprünge. Schon bevor Zähringen am rechten Fenster vorbeizieht, kann ich ebenfalls mit der beliebten Messenger-Software aus der Zuckerberg-Trilogie beliebige Kreise auf zu versendende Fotos zeichnen. Ich dachte, das geht nur bei Apple.


Auf uns wartet der „Kaiserstuhlpfad-Extended‟ aus Torstens Kartenschrank. Mario fordert das „d‟ am Ende ein und bekommt es. Nebensache, es ist ein toller Plan, der bei Kilometer Zwei schon die erste Blutspende einfordert. Wege entstehen indem wir sie gehen. Erics Erfindung wird scheinbar zur festen MDM-Regel. Wieder finden wir uns auf kurzen Steilhängen im Unterholz und beweisen unsere Trail-Qualitäten. Die Dornenbüsche bremsen dann doch und ich habe wieder vorzeigbare Blessuren.


Kenzingen – Bombach – Hecklingen, die Schleife brauchen wir für die Marathon-Distanz, weil der Kaiserstuhlpfad von Endingen nach Ihringen nur etwas mehr als einen Halbmarathon bereit hält. In Hecklingen verkneifen wir uns den Besuch Burg Lichteneck oder dem, was davon übrig geblieben ist, weil uns ein Schild verwarnt: „Bei nicht erlaubtem Betreten entsteht eine Gebühr von EUR 20.- ‟. Vier Läufer, wären 80 Euro gewesen, und das ohne Gastronomie. Einhelliges Urteil der MDM-Läufer: Vollkommen sinnfrei.


Zwischen Riegel und Endingen werden weitere Höhenmeter gesammelt. Schöne Ausblicke auf den Schwarzwald rechtfertigen alle Mühen. Halbmarathon in Endingen, ein Déjà-vu, waren wir doch in der letzten Woche beim Kaiserstuhl-Ultra hier bei Kilometer 25, was ebenfalls in etwa Halbzeit bedeutete. Aber heute dürfen wir quer durch den Kaiserstuhl laufen, nicht an seiner Peripherie. Das fängt gleich gut an: Am Bahnhof verpflegen wir uns individuell. Bei mir sind es am Ende zu viele bunte Ostereier, weil ich die 2 Pfandflaschen für das dritte hartgekochte Ei eintausche. Endingens Altstadt ist sehenswert und am Samstag dazu ein beliebter Marktflecken. Hinter dem Erleweiher (Für Hunde Baden verboten, jedenfalls für die, die lesen können) geht es bergan auf einer Kastanienallee. Kurzweilig gestaltet sich der Aufstieg zur Katharinenkapelle. Eine Läuferin in E-MTB Begleitung schließt auf und wir laufen den Teil gemeinsam. Die hl. Katharina meint es gut mit uns: Der Kiosk ist geöffnet, worüber wir die Turmbesteigung in der Kapelle vergessen.


Blütenreiche Waldränder dominieren den Weg zur Eichelspitze. Auf dem Gipfel dann die 28 Höhenmeter Turmwertung. Überall treffen wir auf gut gelaunte Menschen. Spürbar allenthalben dieses intensive Frühlingserwachen, was heute den Winter gleich auf Sommer umzuschalten scheint. Auf dem Weg zum Vogelsangpass gibt es nur noch eine Hürde: Den Totenkopf mit dem Neunlindenturm. Auf dem ehemaligen Gerichtsplatz werden wir zur zweiten Turmwertung verurteilt: Die Aussicht entschädigt.


Wir kommen im Süden des Kaiserstuhls an. Weinberg-Parzellen mit guten Aussichten auf umgebende südbadisch-elsässische Landschaften und die nächsten oechsleschweren Jahrgänge. Wir vermissen nur die leibhaftige Erscheinung zumindest eines der bunten Bienenfresser, die überregional für die kaiserstühler Lösshohlwege werben. Wir gleichen das durch die Vorfreude auf Bickensohl aus: Dort wartet die Sonnenterrasse des Rebstocks bei Kilometer 35 auf uns. Die Uhr läuft, das Hefe-Weizen auch. Aber Kilometer 35 ist noch ein Marathon in der Pubertät, wir müssen weiter. Das Runners-High liegt schon einige Kilometer hinter uns. Auf dem steil ansteigenden Lösshohlwegpfad verlassen wir Bickensohl. Langsam aber nicht unmotiviert. Es gibt immer wieder Ausreißversuche, die jeweils nach der nächsten Biopause neutralisiert werden. Auf dem Knabenkrautpfad passieren wir den Lenzenberg und sammeln die letzten negativen Höhenmeter auf den wenigen Kilometern nach Ihringen. Längst verhandeln wir die Verlängerung des Marathons bis nach Breisach in Torstens Gartenbar.


Heute vermissten wir nur den Luxus der gut ausgestatteten MDM-Verpflegungspunkte von Birgit, Heidi und Frieda. Aber Mario versorgt mich noch mit Cashewnüssen, ein kleiner Trost. Meine Vorfreude auf die Verlängerung nach Breisach schwächt sich zwischenzeitlich deutlich ab. Aber wie es so ist beim MDM, es gibt immer wieder extrem positive Überraschungen. Diplomatisch schlägt Torsten vor, zunächst ein Zwischenziel bei 42,8 Kilometern einzulegen. Mein Endspurt zu den Altkleider-Containern an der Kaiserstuhlhalle in Ihringen übertrifft heute alle Erwartungen. Ich gewinne aber nicht zufällig, was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß. Die Apres-Marathon Choreographie nimmt ihren lang geplanten Ablauf. Überraschenderweise parkt gerade hier der IRONMAN-BWM. Da stimmt etwas nicht. Mario filmt, Torsten gibt Regieanweisungen, was soll das? Dann überreicht mir Torsten eine Urkunde und eine überdimensionierte Flasche Spätburgunder. Der 100 Marathon Club Deutschland, unter Leitung von Mario Sagasser, gratuliert mir mit eine Ehrenurkunde zu meiner 250. Ausdauerleistung mit mehr als 42 Kilometern. Das ist eine starke Geste, obwohl ich bisher kein Mitglied im 100MC bin. Dank gebührt dem unermüdlichen Statistiker Martin Raulf, dem 100MC Boss Mario Sagasser und natürlich Torsten Weismann, der die ganze Geschichte in Gang gebracht hat. Alle Anderen, die die Idee der Mon Devoir Marathons so weit getragen haben, danke ich selbstverständlich bei dieser Gelegenheit auch. Inklusive der Overseas waren das schon mehr als 100 MDMs. Natürlich haben wir dann auf unsere MDM-Bilanz in Torstens Gartenbar angestoßen. Mario 20, Torsten 51 und Jürgen mit 57 MDMs, was schon einen deutlichen Teil des Stipendien-Fonds ausmacht, der im fünften Jahr 14.400 Euro schwer ist.


90. MDM Kaiserstuhl-Ultra, 91. MDM Kaiserstuhlpfad-Extended, beide mit Regeneration an Breisachs schönster Theke. Zur guten Stimmung hat Lydia dann mit einem feinen Hefe-Nuss-Zopf noch beigetragen, der allerdings in Rekordzeit verschlungen wurde. Den kurzen Weg zum Bahnhof in Breisach haben wir in 2 Etappen zurückgelegt: Die Pizzeria Rustica als spontaner VP an diesem Schönwetter-Tag.

 

Euer Christof

 


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