Cent-septième MDM in der March

Die MDM-Winterlaufserie wird dank Torsten auch 2019 fortgesetzt: Start und Ziel des 107. MDMs ist das Saunahaus in March-Buchheim. Im Saunahaus gibt es eine Abendkarte ab 18.45 Uhr (http://www.sauna-haus.de/preise_show)

 

Strecke: Achtung MDM-107.gpx (V2: Version 2020) und MDM-84.gpx (V1: Version 2019) sind unterschiedlich.  

 

Start / Ziel: Freitag, 6. Dezember 2019 um 13:45h, Saunahaus, Am Untergrün 16, 79232 March-Buchheim

 

Strecke: 43 KM, 590+/- HM 

 

VP1: KM 10 Netto in Nimburg

 

VP2: KM 26,5: Rewe in Merdingen

 

VP3: KM 40,4 ALDI in Umkirch

 

Résumé 2019: Der 2. MDM der Winterlaufserie 2019 wurde am Nikolaustag ausgetragen. Das erkennt Ihr unschwer am Bildmaterial, denn Torsten, Hennes und Ich trugen über die volle Distanz rote Mützen. Albrecht hatte immerhin eine im Gepäck dabei. Schaut man sich das Ergebnis der Legendenbildung um Nikolaus’ Wirken an, finden sich schnell Parallelen. Wir warfen zwar keine 3 Goldklumpen in die Zimmer der Töchter eines verarmten Mannes, wie es uns die Legende der Mitgiftspende überliefert, aber unsere 215 Nikolaustageskilometer ermöglichen fünf Togokindern ein Schuljahr in der École Mon Devoir in Lomé. Das reichte mir als Entschuldigung als ich um 23.15 Uhr zur Jahreshauptversammlung des Mon Devoir Vereins erschien.

Aber fangen wir vorne an. Gestartet wird knapp vor Ablauf des akademischen Vierteles, 13 Minuten nach dem offiziellen Startschuss. Rückenwind und ein Temperatursprung um fast 10 Grad plus motivieren uns bei strahlendem Sonnenschein. Ein gewöhnlicher Freitagmittag mit einem Startfeld von fünf: Das ist Rekord, waren wir doch 2017 zu viert, 2018 zu dritt plus Vorläufer Hendrik in der March unterwegs. Ein starkes Startfeld ist der Lohn fürs ständige Bemühen um Optimierung. Torsten, der sich aufmachte, die Wunde von sechs ausgelassenen MDMs wieder zu schließen, hat uns eine komplett neue Strecke beschert. Und die war sehr schön zu laufen, auch wenn wir versehentlich den spektakulärsten Aussichtspunkt, das Beckelbürgle oberhalb von Nimburg, durch meine dilettantische Navigationskultur verpasst haben. Es wird einfach Vieles erzählt unterwegs. Wir treffen uns zu selten, was einen gewissen Kommunikationsstau bedingt. Der erste VP wird überlaufen, der Netto-Diskount ist nicht unsere erste Wahl. Entlang der Alten Dreisam – ehrlich, wer von Euch wusste, das es sie gibt? –  geht es nach Eichstetten. Zwei Kilometer durchs Dorf, heute unsere Pforte in den Kaiserstuhl.

Die frühe Abendstimmung beschert uns auf diesem Abschnitt bemerkenswerte Aussichten auf den Schwarzen Wald bis zum Schweizer Jura. Die Schneekanonen auf dem Feldberg haben gute Arbeit geleistet. Im Gewirr der Kaiserstühler Rebterrassen kurz vor Wasenweiler gönnen wir uns eine Trail-Extrempassage, um wieder einmal einen falsch eingeschlagenen Weg auf der Direttissima zu korrigieren. Der heutige Kaiserstuhl-Exit Wasenweiler entlässt uns in die Monotonie der Oberrheinebene. Kurz vor dem Hungerast gibt es eine Fatamorgana bei Kilometer 26. Der Rewe-VP erscheint unvermittelt rechter Hand und hält alles bereit was ein Marathonie braucht. Auch alles das, was er/sie nicht braucht: Läufer H. aus M. schlingt in Rekordzeit eine Packung Fleischsalat runter, alle anderen bleiben im üblichen Spektrum von Eigenstullen, Bananen, Laugenbrezeln bis zu Riegeln und Apfelschorle. Albrecht wird nervös und bricht mit Gerd frühzeitig auf. Hennes, Torsten und Ich verschenken die Pfandflaschen und queren dann bald Merdingen, inzwischen mit Stirnlampen. Ich bin überglücklich, weil Torsten mir selbstlos seine High-End UTMB-Jacke überlässt, denn meine 3 Schichten sind nass und zu dünn. Ein eiskalter Wind hat inzwischen die milde Nachmittagssonne abgelöst. Kurz hinter Merdingen steht die Tunibergquerung an, zwei Lichter irren in den Reben umher. Wir machen uns bemerkbar und kurz darauf finden Gerd und Albrecht wieder auf den rechten Pfad und schließen hinter uns auf. In der Ruhe liegt die Kraft, die Schadenfreude ist einen Moment lang schwer zu unterdrücken. Gerd überantwortet uns Albrecht und gibt Gas. Er wird Claudia in Freiburg abholen und möchte uns zeitnah in der Apres-MDM Phase wieder treffen. So der Plan.

Zu viert passieren wir den ausgelagerten Opfinger Stadtteil St. Niklaus und freuen uns über diese eher zufällige Konvergenz und unsere dazu passende Kopfbedeckung. Jenseits Kilometer 35 wird es zäh. Eine willkommene Abwechselung bietet der Umkircher Weihnachtsmarkt. Kurzer Fotostopp am Feuer. Eine Diskussion zwischen den Glühwein trinkenden Marktbesuchern bietet erwähnenswerte Erkenntisse: „Siehst Du, die, die wirklich was drauf haben laufen in engen Hosen“.  Mit etwas Überwindung verlassen wir die weinselige Runde auch ohne Glühwein-Konsum, das Thema hätte ich zu gerne ausdiskutiert. Jenseits der B31 erfordert die winklige Streckenführung im dunklen Wald noch höchste Aufmerksamkeit, bevor es zum Showdown auf dem Dreisamdamm kommt. Auf den letzten Kilometern geht es Hennes und mir erstaunlich gut. Das ist dieser Stallgeruch-Effekt, der müde Beine wieder munter macht. Dreieinhalb Minuten vor Albrecht und Besenläufer Torsten erreichen Hennes und Ich das Ziel auf dem Saunaparkplatz in der March.

Torsten hält einen Sixpack Tegernseer Hell des Herzoglich Bayerisches Brauhauses Tegernsee für uns bereit. Leider fehlt der zweite Teil des Bierset-Kits, die Wursttrommel mit der 3,5m langen, scharfen Snackwurst „Arschlecken 350“ (glaubt ihr nicht? → googeln). Wir sind trotzdem überglücklich, denn der zweite Teil des MDM-Programms verspricht Entspannung pur in der Sauna-Oase Buchheim. Schon nach den ersten beiden Saunagängen im Aussenbereich wird das legendäre „Boot“ geentert: Heute ist der Holzofen kompromisslos geheizt worden. Wassertemperatur 46 Grad. Gerd und Claudi sind auch wieder dabei, ein schöner Abend nimmt seinen Verlauf. Claudia reserviert uns geschickt die Lounge im Gastrobereich. Dort lassen wir es uns richtig gut gehen. Die Mitgliederversammlung des Mon Devoir e.V. erreiche gerade rechtzeitig, um den neuen Jahreskalender zu kaufen, während der Saal geräumt wird. Glücklicherweise gibt es eine Nachbesprechung in Webers Weinstube (geöffnet bis um 3 Uhr) mit dem harten Kern der MDler.

Der 107. Mon Devoir Marathon war eingebettet in einen erlebnisreichen Tag. Der Dank für die Wiederbelebung der Winterlaufserie gilt Torsten. Danke Hennes, Albrecht, Gerd und all denen, die gerne gekommen wären. Wir sind ein unschlagbares Team, in einer Disziplin, deren Regeln wir selber machen. Und manchmal selbst nicht befolgen. Nicht weitersagen, aber die Turmwertung auf dem Tuniberg über den Dächern von Opfingen wurde kollektiv verweigert. Oder bist Du oben gewesen, Gerd?

Euer Christof

 


...lange Schatten laufen uneinholbar vor uns...

aus dem Webauftritt: http://www.sauna-haus.de/

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